Renate Hammerer

Dafür und dagegen

Coaching – „sau teuer und wirkt (nicht)“

Meinungen und Gedankensplitter von Coaching-Klienten und Nicht-Coaching-Klienten

Möglicherweise wollen Sie hier mehr über den Begriff Coaching / Einzelsupervision erfahren, um damit leichter über den Nutzen als Entwicklungs- und Klärungswerkzeug zu entscheiden.

Die eigenen Bedenken sind die besten Möglichkeiten, um Dingen auf den Grund zu gehen. Etwas Provokation, Ironie und ernst gemeinter Humor können Hilfsmittel sein, um vom „Bedenkenträger“ zum sorgfältigen „Bedenkenabwäger“ zu werden.

 

Alles schon gehört von Coachees und Nicht-Coachees:

„Mein Chef hat mich geschickt, weil er meint, ich hätte ein Problem (oder vielleicht hält er mich sogar für das Problem und sagt es mir nicht).“

Und welche Rolle ist dann mir als Coach zugedacht? Soll ich vielleicht der Überbringer der schlechten Nachricht sein? Oder der letzte Ausweg aus dem Dilemma?

Ich finde, Sie haben recht, wenn Sie unter diesen Voraussetzungen das Coaching als Zumutung empfinden. Allerdings, wenn es der Chef schon zahlt, dann können Sie ja schauen, ob der Coach die Meinung des Chefs teilt oder auch Sie fragt, wie Sie es eigentlich sehen, wo die Herausforderung liegt. Sie können sich dann immer noch selbst entscheiden, ob Sie einfach ein „Geschickter“ bleiben oder doch zum Kunden werden.

„Sicher eine vernünftige Möglichkeit für unerfahrene Leute oder solche, die generell Schwierigkeiten haben, Probleme zu lösen und Entscheidungen zu treffen.“

Und wie machen es Menschen mit Erfahrung, wenn sie vor großen Herausforderungen oder in Spannungsfeldern stehen? Übrigens fragen Sie Ihren Coach, ob sie/er eigentlich Supervision / Coaching für sich selbst nutzt (nie / selten / gelegentlich / regelmäßig).

„Also warum soll ich dafür bezahlen, dass mir jemand Dinge sagt, die ich eigentlich gar nicht hören will. Und wahrscheinlich stimmen die auch gar nicht, weil in der Arbeitssituation bin ich ganz anders.“

Ein gutes Argument, um sich eine gewisse Zeit selbst zu schonen und gelegentlich bekommt man dann eben Rückmeldung in einer anderen (und nicht immer erwünschten) Form. Die gilt es dann auszuhalten. Übrigens lassen sich manche Führungskräfte regelmäßig von ihren Mitarbeitenden Rückmeldungen geben. Coaching nutzen sie nachfolgend als Möglichkeit, um die Rückmeldungen für sich abzuwägen und allenfalls gewisses Verhalten zu verändern.

„Bei uns in der Firma ist Coaching ganz geläufig. Einen Coach gibt es im Sport für die Spitzensportler und ist ganz klar akzeptiert. Warum daher nicht generell für alle, die hohe berufliche Leistungen erbringen müssen?!“

Sehe ich sehr ähnlich. Menschen und Führungskräfte im Besonderen befinden sich oft in Spannungsfeldern durch Anforderungen von verschiedenen Seiten. Der Druck wird nicht weniger, die Leistung sollte gleich bleibend sein oder sogar gesteigert werden. Um in Meta-Balance zu bleiben, wird ein Heraustreten aus der Situation mit einer professionellen Begleitung oft als entlastend empfunden.

„Das muss jemand sein, der aus meiner Branche stammt und auch schon meinen Job ausgeführt hat, sonst versteht er nicht, um was es geht.“

Ist die spezifische Fachkenntnis oder die Feldexpertise wichtig? Wenn ja, dann ist Expertenberatung oder ein Coach mit entsprechender Feldexpertise die richtige Wahl. Fragen Sie den Coach Ihrer Wahl nach seinem/ihrem fachlichen Hintergrund und der praktischen Erfahrung, wo nötig. Es ist jedoch nicht in allen Beratungsanliegen nötig.

„Ich unterhalte mich lieber mit Kollegen, die meine Situation und unsere Firma kennen.“

Das halte ich für eine gute und wichtige Quelle für gegenseitiges Lernen. Und wann hat es Grenzen? Was ist (noch) nicht mit Kollegen besprechbar? Wo ist der ganz frische Blick interessant? Wer hat welche Aktien im Spiel? Und wo reicht kollegiale Beratung einfach nicht mehr aus und es braucht eine andere Art von Beratungs-Know-How und Methodik?

„Das ist sicher gut für bestimmte Organisationen. Wir sind jedoch ein Produktionsunternehmen, da geht das nicht. Wir brauchen ganz bestimmtes fachliches Können, das lernt man woanders.“

Wenn es um fachliches Können (d.h. Kenntnisse – skills) geht, dann ist ein Training meist das sinnvolle Mittel der Wahl. Es geht um Ausbildung. Übrigens ist auch Führen und Managen eine Professionen, die Können und eine Art von Werkzeugen benötigt. Meist ist auch nicht ein Einzeltraining notwendig.

Und übrigens: Wenn auch nach zielgerichtetem Training  die Fähigkeiten und Kenntnisse noch immer nicht umsetzbar sind, dann lohnt es sich zu überlegen, woran es sonst liegen könnte.

„Man ist wie man ist und das kann man auch nicht ändern. Ich will mich auch gar nicht ändern.“

Richtig – so geht es nicht. Wenn ich ernsthaft will, dann ändere ich mich nicht. Und das ist anstrengend genug. Da habe ich genug zu tun, um zu bleiben wie ich immer war ;-). Manchmal geht es darum, sich zu ändern (weil sich im Außenfeld etwas ändert), damit es auch in Zukunft bleiben kann, wie es ist.

„Wer garantiert mir, dass das nicht ein Selbstdarsteller ist, der sich gerne reden hört und anderen kluge Empfehlungen gibt, aber selbst mit den eignen Problemen nicht fertig wird.“

Niemand, das läßt sich letztendlich nur selbst ausprobieren. Es gibt im Vorfeld einige Kritierien, die der Auftraggeber oder der Coachee prüfen kann.

Wie finde ich überhaupt einen geeigneten Coach? Welche Kriterien für eine Auswahl kann ich denn prüfen?

Wie messe ich den Erfolg? Was ist Top, was ein Flop?

Rufen Sie an, wenn Sie dazu mehr hören wollen!

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