Renate Hammerer

Was ist Transaktionsanalyse?

 Die Transaktionsanalyse (TA) wurde in der Mitte des 20. Jahrhunderts vom amerikansichen Psychiater Eric Berne (1910-1970) begründet und wird bis heute weltweit angereichert, modifziert und weiterentwickelt. Die TA stellt theoretisch fundierte, durchweg sehr anschauliche, psychologisch lebensnahe Konzepte zur Verfügung, mit denen Menschen sich selbst und andere bezüglich ihrer erlebten Wirklichkeit reflektieren, analysieren und bei Bedarf verändern können. TA integriert Gedankengut aus der Tiefenpsychologie, Gestalttheorie, Verhaltenstherapie und aus systemischen Ansätzen.
Sie findet Anwendung in den Bereichen Beratung, Pädagogik, Entwicklung von Organisationen und Psychotherapie.

 

Genauer definiert bezeichnet Transaktionsanalyse einen qualifizierten (1) Umgang (2) mit der Gestaltung (3) von Wirklichkeiten (4) durch Kommunikation (5).
Hierbei stehen Beziehungsaspekte im Vordergrund und die Gestaltung von Begegnungen.

Der Einsatz transaktionsanalytischer Konzepte hat zum Ziel, gemeinsam Leben sinnvoll und freudevoll zu gestalten und gleichberechtigt miteinander zu kooperieren. Dies geschieht nach Überzeugung der Transaktionsanalytiker vor allem durch Förderung und Entwicklung von Autonomie als selbst bestimmtem, spontanem und bezogenheitsfähigem Ausdruck in und an dieser Welt.
–> Stewart, Ian/Joines, Vann: die Transaktionsanalyse. Eine Einführung (Freiburg u.a. 2007)

Mehr dazu unter Downloads: „Was ist Transaktionsanalyse? (Definition – Selbstverständnis – Dimensionen – zentrale Begriffe – Fragestellungen)“

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(1) „qualifiziert“ bedeutet: kompetent, intensiv reflektiert und in der Praxis erprobt.
(2) „Umgang“ bedeutet: Sowohl Betrachtung (Analyse) als auch professionelle Einflussnahme (Therapie, Beratung,…),
(3) „Gestaltung“ bedeutet: Jegliche Ausformung von Verhalten und Kommunikation von Menschen, sowohl unbewusst als auch bewusst, sowohl im Alltag als auch in professionellen Situationen.
(4) „Wirklichkeiten“ bedeutet: Es gibt keine Wirklichkeit unabhängig von Wahrnehmung; jeder Mensch ist in seiner Wirklichkeitsauffassung durch seine Geschichte, Umwelt, Lebensentscheidungen und weitere Anschauungen geprägt.
(5) „Kommunikation“ bedeutet: Transaktionsanalytiker sind in einem besonderen Maße an der Interaktion von Menschen interessiert mit dem Ziel, problematische Aspekte der Beziehungsgestaltung zu neutralisieren und eine authentische, verantwortliche und bezogene Kommunikation zu ermöglichen.

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